Jugador de pádel junto al marcador Kronoset marcando 40-30 en pista

Golden Point im Padel: was er ist, wie er gespielt wird — und was der Star Point 2026 ändert

Wer noch nicht lange Padel spielt, kennt die Situation: es steht 40:40 — Einstand —, jemand sagt „Golden Point“, und plötzlich entscheidet ein einziger Ball das Spiel. Keine Vorteile, kein endloses Einstand-Vorteil-Einstand. Dieser Artikel erklärt, woher diese Regel kommt, wie sie genau gespielt wird und was sich gegenüber dem klassischen System ändert.

Was der Golden Point ist

Der Golden Point ist eine Art, den Einstand — das 40:40 — in einem Spiel aufzulösen. Statt zwei Punkte Abstand zu verlangen, was im klassischen System ein Spiel minutenlang in die Länge ziehen kann, wird ein einziger entscheidender Punkt gespielt: wer ihn gewinnt, gewinnt das Spiel.

Der Unterschied zum traditionellen System betrifft nur diesen einen Moment. Der Rest der Zählweise ist identisch: 15, 30, 40 und Spiel, sechs Spiele pro Satz und zwei Gewinnsätze im üblichen Format.

Wer beim Golden Point die Seite wählt

Hier steckt das Detail, das die meisten Fragen aufwirft. Beim Golden Point wählt das annehmende Paar die Seite, von der aus es zurückschlägt. Das ist eine echte taktische Entscheidung: normalerweise stellt man den besseren Rückschläger gegen den Aufschlag oder nimmt sich den Spieler vor, der an diesem Tag schwächer ist.

Die aufschlagende Seite wählt nichts. Sie schlägt auf, wo sie nach der festgelegten Reihenfolge dran ist.

Woher die Regel kommt

Der Golden Point hat sich auf der Profitour durchgesetzt, als Antwort auf ein praktisches Problem: Matches dauerten zu lange und vor allem unvorhersehbar lange. Ein Turnier mit Dreistundenmatches ist ein Albtraum für die Übertragung, für die Platzbelegung und für den Spieler selbst, der an einem Tag zwei Marathonpartien bestreiten kann.

Mit dem Golden Point wird die Dauer deutlich planbarer. Ein Spiel kann sich nicht endlos ziehen, und das überträgt sich auf Satz und Match.

Vorteile oder Golden Point: was ist besser?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort; es hängt davon ab, wofür Sie spielen.

Der Golden Point funktioniert besser, wenn…

  • Sie den Platz für eine feste Zeit gebucht haben und im Rahmen bleiben wollen
  • Sie ein Turnier organisieren und die Tableaus in einem planbaren Takt weiterlaufen müssen
  • Sie Freundschaftsspiele spielen und wollen, dass sich der Spielstand bewegt

Die Vorteilsregel funktioniert besser, wenn…

  • gewinnen soll, wer besser gespielt hat, und nicht, wer einen bestimmten Ball trifft
  • Sie trainieren und Punkte unter anhaltendem Druck spielen wollen
  • Ihnen die Dauer des Matches egal ist

Der übliche Einwand gegen den Golden Point lautet, dass er Zufall hereinbringt: ein Paar kann ein ganzes Spiel dominieren und es an einem Ball verlieren. Die Antwort seiner Befürworter ist, dass gutes Spiel unter Druck ebenfalls zum Spiel gehört und dass das System symmetrisch ist — es trifft beide gleich.

Der Star Point: die Weiterentwicklung von 2026

Der Internationale Padelverband hat für 2026 eine Zwischenlösung eingeführt, bekannt als Star Point, die das Beste aus beiden Systemen behalten soll.

Sie funktioniert so: beim 40:40 werden Vorteile gespielt wie eh und je, aber höchstens zwei. Werden zwei Vorteile abgegeben, ist der nächste Punkt entscheidend — ein Golden Point nach allen Regeln, inklusive Seitenwahl für die annehmende Seite.

Die Idee ist, der sportlichen Leistung Raum zu geben, ohne zuzulassen, dass ein Spiel endlos wird.

Für den deutschsprachigen Raum ist das keine ferne Profiregel mehr: der Deutsche Padel Verband führt den Star Point ab der Saison 2026 ein — international, in den GPS-Kategorien 1000 und 1500 und in der 1. Padel Bundesliga. Wer im Verein Ligen oder Turniere ansetzt, wird also in dieser Saison beide Regeln nebeneinander im Betrieb haben: Golden Point in der einen Runde, Star Point in der nächsten.

Das praktische Problem: sich den Spielstand merken

Auf dem Papier ist das alles klar. Auf dem Platz sieht es so aus, dass sich mitten im dritten Satz niemand mehr sicher ist, ob es 4:3 oder 3:4 steht — und erst recht nicht, wie viele Vorteile im laufenden Spiel schon abgegeben wurden.

Das ist der klassische Moment für die Diskussion: zwei verschiedene Versionen des Spielstands und niemand, der entscheiden könnte. Im Freundschaftsspiel löst sich das mit gutem Willen; in einer internen Liga oder bei einem Vereinsturnier nicht immer.

Eine digitale Anzeigetafel auf dem Platz nimmt einem das ab, ohne dass jemand im Kopf mitzählen muss. Bei Kronoset ist das Format zudem einstellbar: klassische Vorteile, Golden Point, Golden Point mit Super-Tie-Break oder Star Point nach FIP-Reglement 2026 — die Anzeigetafel wendet die Regel selbst an. Sie zählen den Punkt, indem Sie den Schläger vor den Sensor halten, und sie entscheidet, ob damit das Spiel zu Ende ist oder nicht.

Kurz zusammengefasst

  • Golden Point: bei Einstand (40:40) entscheidet ein Punkt. Die Seite wählt, wer annimmt.
  • Vorteilsregel: ab Einstand müssen zwei Punkte in Folge gewonnen werden.
  • Star Point (FIP 2026): Vorteile, aber höchstens zwei; danach der entscheidende Punkt.
  • Der Golden Point verkürzt Matches und macht sie planbar; die Vorteilsregel belohnt Konstanz stärker.

Welches Format in Ihrem Verein auch gespielt wird: wichtig ist, dass es vor dem ersten Ball alle wissen. Und dass der Spielstand nicht vom Gedächtnis eines Einzelnen abhängt.

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